Fred Joseph  - der Namensgeber unseres Stammes

Fred Joseph wurde am 18. Oktober 1911 in Luzern geboren, mit den Eltern kam er 1916 nach Würzburg.

Nach Abitur, Praktikum und Assistentenzeit in der Adler-Apotheke begann er 1933 ein umfassendes natur­wissenschaftliche Studium.

 

Zusammen mit seinem Bruder trat er 1931 dem Rhönklub, einem Wanderkreis, bei. Dieser wurde 1933 ver­boten. Auf der Suche nach neuen Aufgaben in der Freizeit lernte Fred in seiner Heimatpfarrei (Dom) den DPSG-Stamm „Eyseneck“ kennen. Im Dezember 1934 trat er offiziell in die DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg) ein und wurde bald Kornett (heute in etwa: Leiter) der Sippe Falke. Als 1935 der aktuelle Stammesfeldmeister und dessen Vorgänger sich auf Landes- (heute: Diözesan) ebene engagierten, übernahm Fred die Stammesleitung.

Die Situation der Würzburger Pfadfinder wurde schwieriger, das Tragen der Kluft wurde verboten, Ver­sammlungen und Gottesdienste von der Gestapo beobachtet.

 

Nach einer Anzeige wurde Fred im Sommer 1936 zusammen mit anderen von der Gestapo vernommen. Allerheiligen desselben Jahres wurden die Ge­orgspfadfinder nach der traditionsgemäßen Kranzniederlegung für die Gefallenen des ersten Weltkriegs von einer Gruppe der Hitlerjugend überfallen, verprügelt und zur Polizei geschleppt. Fred Joseph blieb mehrere Wochen in Haft, im Juli 1937 wurde er rechtskräftig verurteilt, fiel aber unter eine Amnestie.

 

Da er in Würzburg keine Anstellung mehr bekam, zog Fred 1937 nach Pforzheim. Dort gründetet er unter schwierigen Umständen 1938 einen Pfadfinderstamm. Nach Würzburg hielt er weiterhin Kontakt. 1941 wurde er erneut verhaftet, verurteilt zu einem Jahr Gefängnis.Kurz nach seiner Freilassung besuchte er 1942 Freunde in Würzburg. Im November 1942 wurde er wieder von der Gestapo verhaftet und nach Auschwitz deportiert. In Auschwitz starb Fred Joseph am 21. Januar 1943.
Quelle: Dokumentation „Würzburger Georgspfadfinder in schwerer Zeit 1933 - 1945; Fred Joseph - Weg eines Leiters“ Diese Dokumentation kann im Diözesanbüro ausgeliehen werden.
 

„Weiterführung einer verbotenen Organi­sation und Bildung von Elitetruppen der Jugend in der Kirche gegen den Staat.“
Begründung des Urteils gegen Fred Joseph, infolgesdessen er „nach Auschwitz verbracht“ wurde

 

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